Die Fußballabteilung des
TSC Eintracht von 1848/95 Korporation zu Dortmund
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Krach und Stagnation beim D. F. C

Walter Sanß begeistert die "Übriggebliebenen"

Nach den erfreulichen Anfängen brachte das Jahr 1897 den ersten Krach im Verein. Die daraus resultierende Stagnation dauerte bis 1899, als ein Karl Lüdecke aus Berlin nach Dortmund kam, um hier an der höheren Maschinenbauschule seine Ausbildung zu vollenden.
 
Wie der Zufall es so wollte, fand er ein möbliertes Zimmer bei der Familie Sanß. Durch den Kontakt mit Walter Sanß, der sich bis dahin gar nicht dem Fußballsport, sondern dem Radsport verschrieben hatte und Zeitlebens den Spitznamen "Flieger" (wegen seiner Sprinterfolge sowohl auf der Zement- als auch auf der Aschenbahn) nicht verlor, kam er mit den vom D. F. C. Übriggebliebenen zusammen.
 

"Flieger" Sanß nimmt den Spielbetrieb wieder auf


 
Er konnte sie erneut begeistern, und mit insgesamt elf Mann nahm man den Spielbetrieb wieder auf.
 
Schon 1895 hatten sich in Deutschland einige Fußballvereine aufgetan, und weitere wurden noch vor der Jahrhundertwende gegründet. Es gab auch einige Regionalverbände für den Fußballsport, allerdings noch keinen in Westfalen. So schloß sich das kleine Häuflein des Dortmunder F. C. am 10. November 1899 dem damaligen Rheinischen Spielverband an.
 
Daß außerhalb Dortmunds der Fußballsport schon weitergekommen war, geht aus einem Brief hervor, den Walter Lüdecke im Jahre 1955 dem Dortmunder Sport Club zu seinem 60-jährigen Vereinsjubiläum schrieb und alte Erinnerungen wach werden ließ:
 
" ... Ich weilte als junger Fußballspieler des Berliner Fe Preußen zum Studium in Dortmund auf der damaligen höheren Königlichen Maschinenbauschule und wohnte bei der Familie Sanß. Während des Studiums wollte ich eigentlich meine Fußballschuhe ruhen lassen. Es gelang mir nicht.
 
Beim Zuschauen eines Spiels des damaligen Essener Sportvereins war es vorbei, und ich bat die Essener (I), beim nächsten Spiel einmal mittun zu dürfen. Da ich etwas von der Sache verstand, wurde ich nun sonntäglich nicht nur von den Essenern (es hatte sich schnell in Westfalen herumgesprochen), sondern von mehreren Vereinen beansprucht.
 
Ich erfuhr von Walter Sanß, daß in Dortmund auch mal ein Fußballklub bestanden habe, der aus Mangel an Interesse auseinandergefallen sei. Ich konnte Walter Sanß beeinflussen, mit mir zusammen diesen Klub wieder aufleben zu lassen.
 
Im Lokal der Witwe Wenker, Wißstr. 34a, trommelten wir die ehemaligen Mitglieder zusammen und begannen wieder mit dem Spiel. Sanß selbst hatte bisher nicht Fußball gespielt, entpuppte sich aber, da er in Dortmund sehr bekannt war, als ausgezeichneter "Organisator", während ich mich hauptsächlich den Spielern als "Trainer" widmete.
 

Meisterschaftsspiele werden eingeführt


 
Sanß brachte es fertig, daß wir als Spielplatz die "Funkenburg" erhielten, ein mit scheußlichen Grashubbeln bewachsenes Feld. Das war immerhin besser als gar kein Platz. Den Vorsitz führte "Flieger" Sanß, später, wenn ich nicht irre, der kürzlich verstorbene Albert Könitzer.
 

 
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