Die Fußballabteilung des
TSC Eintracht von 1848/95 Korporation zu Dortmund
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Hans Brinkmann - ein Leben für den Sport

Hans Brinkmann hatte alles durchlebt und alles durchlitten, was einem seit der Jahrhundertwende widerfahren konnte; und Deutschlands schwärzeste Zett war auch seine dunkelste - die Skepsis, war sie nicht schon wesenseigen, könnte da entwickelt worden sein.
 
Der Mensch, der Mitarbeiter, auch der sportliche, hatte sich bei ihm zu bewähren. Er gab die Chance, aber nutzen mußte sie der "Kandidat", und erst die Leistung brachte - sparsame - Anerkennung; doch die war dann auch etwas wert ...
 
Sein Urteil: kompromißlos hart, manchmal fast verletzend, wenn es ihm angebracht schien - und das war häufiger der Fall - Angst, nicht (noch einmal) enttäuscht zu werden? Das Leben hatte ihn hart gemacht, wie paßte dazu sein gelegentliches, jugendhaft fröhliches Lachen?
 
Hans Brinkmann war Mitglied der DSCer seit 1917. Er war gerade 14 Jahre alt und der 1. Weltkrieg in seiner für die Bevölkerung schlimmsten Phase. Leichtathletik betrieb er über Jahre, war ein guter Sportler, bildete seinen Körper, trat nie ins ganz große Licht des Erfolgs und war doch so erfolgreich. Seine Liebe zum Fußball entdeckte er erst spät, der 11. Weltkrieg war bereits vorbei und überall wurde ein neuer Anfang gemacht. 1948 trat er in den erweiterten Vorstand des damaligen Dortmunder Sport-Club von 1895 (DSC 95), und zwar zunächst als Leiter des Förderrings, ein.
 
Nachdem der unvergessene Gustav Kerpa abgetreten war, begann seine ununterbrochene Zeit als 1. Vorsitzender des DSC 95 von 1953 bis 1966, wobei er schon von 1951 an Sitz und Stimme im Vorstand hatte. In diese Zeit fiel auch der kometen hafte Aufstieg der Fußballer des DSC von der Kreisklasse über die damals höchste Amateurklasse, die Landesliga, bis in die zweite Liga West.
 
Hier gelang es seinen vielfältigen Künsten und Kniffen, seinem sich und andere erschöpfenden Tatendrang, den der Verein bis zur Auflösung der zweiten Liga durch den DFB-Bundestagsbeschluß von Dortmund bis zum Jahre 1963 zu halten. Um nur einen Punkt verpaßte damals der DSG 95 den Verbleib in der zweithöchsten deutschen Klasse.
 
Weit bemerkenswerter als der sportliche Erfolg dürfte die Tatsache gewertet werden, daß der DSC 95 trotz bekannter geringer Zuschauerzahl die Liga ohne Schulden verließ - das Verdienst eines Mannes, dem seriöses Gebaren im Umgang mit Geld eine Selbstverständlichkeit war, peinlich für die viele Hasardeure und Bankrotteure auf den Chefsesseln von Vereinen des bezahlten Fußballs ...
 
Sein bleibendes sportliches Lebenswerk aber ist das "Stadion an der Flora", dessen Entstehung unlösbar mit seinem Namen verbunden bleiben wird.
 
Seinem Weitblick und der Erkenntnis der Notwendigkeit ist es zu verdanken, daß es am 07. August 1969 zu der - bereits 1920 einmal angestrebten! - Fusion zwischen dem TuS Eintracht 1848 und dem DSC 95 zum TSC Eintracht 1848/95, Korporation zu Dortmund, kam. Müßig zu erwähnen, daß Hans Brinkmann nach der Fusion mehrere Jahre Mitglied des Präsidiums war und mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet wurde.
 
Im Jahre 1984 erhielt Hans Brinkmann wegen seiner langjährigen Verdienste um den Dortmunder Sport den Sportlerehrenbrief der Stadt Dortmund. Der TSC Eintracht Dortmund 1848/95 hat Anlaß, diesem Mann dankbar zu sein.
 

 
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