Die Fußballabteilung des
TSC Eintracht von 1848/95 Korporation zu Dortmund
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Der erste Dortmunder Fußballverein

Die Geschichte des Dortmunder Sport-Club von 1895

Wer sich mit den Anfängen des Fußballsports in Dortmund beschäftigt, kommt an den 95ern nicht vorbei. Es soll im Jahre 1890 gewesen sein (Dortmund hatte damals 93.000 Einwohner), als zum ersten Mal bei den jeden Mittwochnachmittag im Sommer stattfindenden Turnspielen auf dem Schulhof des Realgymnasiums an der Luisenstraße (später Bismarck-Realgymnasium benannt, dessen Tradition heute vom Max-Planck-Gymnasium fortgesetzt wird) das Fußballspiel in Dortmund ausgeübt wurde.
 
Es war selbstverständlich nicht das, was wir uns heute darunter vorstellen. Es gab keine Regeln und noch keine Taktik; es war nichts anderes als ein "Klüten". Als Kampfspiel aber fand es seine Anhänger unter den Schülern, wenn es auch nur wenige waren.
 

Tertianer kickten auf dem Schulhof


 
Vom Schulhof musste es aber verschwinden, denn Fußball fand nicht die Duldung der Lehrer. Sie waren dem "Deutschen Turnen" verhaftet und hielten, wie auch die meisten Eltern, nichts von dem neumodischen "englischen" Spiel. Das ging soweit, dass die Schüler noch über die Jahrhundertwende hinaus gezwungen waren, unter fingierten Namen zu spielen, um der Bestrafung durch die Schule und durch die Väter zu entgehen.
 
So musste z. B. der Schüler Julius Kaessmann, der sich nach seinem Studium als Rechtsanwalt niederließ und sich in Dortmund und weit darüber hinaus als Strafverteidiger einen großen Namen machte - er war der Onkel des verstorbenen Dr. Otto Kaesmann - unter dem Pseudonym Caesar die Wettkämpfe im Fußball und in der von den Fußballern betriebenen Leichtathletik austragen.
 
Wie verpönt der Fußballsport damals war, macht am besten deutlich, dass er Schriften hinnehmen musste, worin u. a. wie folgt zu lesen stand:
 
"(Planck 1898)... Wollen wir unsere Missachtung und Verachtung Ausdruck verleihen, dann stoßen wir das Ding, was wir gering schätzen, mit dem Fuß beiseite. Wir geben dem bissigen Köter einen Tritt mit dem Fuß. Dieses Hundetritts halber, der beim Fußballspiel eine so große Rolle spielt, dann aber wegen der vorgebeugten erbärmlichen Haltung, in welcher die Spieler dem Ball entgegen- und nacheilen, verabscheue ich das Fußballspiel..."
 
Solche von einem damals ernsthaften Jugenderzieher entwickelte Charakterisierung des Fußballspiels entsprach unzweifelhaft der allgemeinen Auffassung um die Jahrhundertwende. Und in diese Zeit fiel der Geburtstag des DSC 95!
 
Nichtachtend der Anfeindungen, trotz aller Strafen, die ihnen, den heimlich Fußballbesessenen, seitens der Lehrer und der Väter drohten, schlossen sich am 10. Mai 1895 sechzehn junge Männer, vorwiegend ehemalige Schüler des Realgymnasiums, die in oder nach ihrer Schulzeit heimlich auf irgendeiner Weide außerhalb der Wälle wieder "geklütet" hatten, zum ersten Dortmunder Fußball-Club (DFC) zusammen. Am 5. Juli war zum ersten Mal in der örtlichen Presse von der Existenz dieses Fußballclubs zu lesen.
 

 
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